Valencia – Lernen mit allen Sinnen trotz Ausnahmezustand

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2025

Neun Teilnehmende der Spanisch-A2-Gruppe der Volkshochschule Dessau-Roßlau machten sich Ende Oktober 2024 mit großer Vorfreude auf den Weg nach Valencia. Im Rahmen des ERASMUS+ Programms wollten sie Sprache, Kultur und Alltagsleben hautnah erleben. Unerwartet fand die Reise vor dem Hintergrund einer Naturkatastrophe statt: Zehn Tage Starkregen führten zu schweren Überschwemmungen mit dramatischen Folgen für die Region. Dennoch gelang es der Gruppe, ihre Bildungsziele weitgehend zu verwirklichen – unterstützt von bemerkenswerter Gastfreundschaft und Hilfsbereitschaft der Valencianer:innen.

Nach einer herausfordernden Ankunft am Flughafen – vier Stunden Wartezeit auf ein Taxi, da öffentlicher Verkehr nicht funktionierte –fand die Gruppe schnell ins gemeinsame Lernen zurück. Trotz Absagen im Kochstudio Mediterráneo erklärten sich Mitarbeitende bereit, spontan eine Paella-Veranstaltung durchzuführen. Dabei lernten die Teilnehmenden nicht nur das berühmte Gericht selbst zuzubereiten, sondern erfuhren viel über dessen Geschichte, regionale Zutaten und die Rolle des Reisanbaus in der Region.

Ein weiteres Highlight war die Stadtführung durch Valencias historische Altstadt, inklusive der gotischen Kathedrale. Die Führung fand in spanischer Sprache statt – ein echtes Erfolgserlebnis für die Gruppe. Auch das Erkunden der futuristischen Ciutat de les Arts i les Ciències und des neu geschaffenen Túria-Parks – ein Paradebeispielnachhaltiger Stadtentwicklung nach der Flutkatastrophe 1957 – beeindruckte nachhaltig.

Das Bild zeigt einen Blick auf futuristisches Stadtviertel Valencias

Trotz der widrigen Umstände wurde improvisiert, um Alternativprogramme umzusetzen: So besuchte die Gruppe unter anderem das kreative Viertel Barrio del Carmen, den Zentralmarkt, den Strand und das eindrucksvolle Seidenmuseum. Der Austausch mit Einheimischen – teils auf Spanisch, teils auf Englisch – und spontane Gespräche mit Helfenden vor Ort trugen zur Sprachpraxis und zum kulturellen Verständnis bei.

Besonders eindrücklich war die menschliche Seite: Die Ruhe und Hilfsbereitschaft der Valencianer:innen, ihre Disziplin und Freundlichkeit im Ausnahmezustand, hinterließen bleibenden Eindruck. Eine Taxifahrerin, die mitten in der Nacht mehrmals die Gruppe zum Flughafen fuhr, wurde zum Symbol für die herzliche Unterstützung, die die Reisenden erfuhren.

Am Ende war für alle klar: Diese Reise war besonders – und sicher nicht die letzte.

Hier können Sie noch einige Eindrücke der Teilnehmenden nachlesen:

"Da Gabriel [der Guide] anfänglich sehr langsam und bildhaft gesprochen hat, haben alle Teilnehmer etwas über die stadtgeschichtliche Entwicklung Valencias erfahren. Das war ein tolles Erfolgserlebnis."

"Die Ausschilderung des Oceanogràfic, die Delphin-Show und der im Hemisfèric gezeigte Film waren jeweils in spanischer Sprache gehalten. Das hat uns angespornt und unsere Fähigkeiten im Hören und Verstehen der spanischen Sprache wurde dadurch gestärkt."

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